07.04.2016

Mehr Geld für Beschäftigte im öffentlichen Dienst

c.o.: Hannah Günther, Osthessen-Zeitung

Kundgebung in Fulda

Fulda – Von Hannah Günther – Lineare Erhöhung der Entgelte um sechs Prozent, bessere Förderung des Nachwuchses und der tarifliche Ausschluss sachgrundloser Vertragsbefristungen – das sind drei der Forderungen der Tarifbeschäftigten im öffentlichen Dienst in den laufenden Verhandlungen mit den Arbeitgebern. Nachdruck verliehen die Gewerkschaftsmitglieder ihren Anliegen am Mittwoch mit Warnstreiks und einer Kundgebung in Fulda.

Rund 400 Bedienstete im öffentlichen Dienst demonstrierten am Mittwoch in Fulda für mehr Geld.

Rund 400 Gewerkschaftsmitglieder hatten sich am Mittag in der Innenstadt versammelt und tauchten den Universitätsplatz in Pink. „Jetzt reicht’s", „Starkes Land, faire Löhne", „Wir fordern Gleichbehandlung" und „Mehr Wertschätzung für unsere Arbeit im öffentlichen Dienst" war auf den Transparenten der Demonstranten zu lesen. Aufgerufen zu der Kundgebung hatten die Kommunalgewerkschaft komba und der DBB als Spitzenorganisation der Gewerkschaften für Tarifbeschäftigte und Beamten im öffentlichen Dienst. Die Reden von Siegfried Damm, stellvertretender Vorsitzender der Bundestarifkommission des DBB, Heini Schmidt, Landesvorsitzender des DBB Hessen, und Sandra Kothe, Vorsitzende der DBB-Jugend, wurden immer wieder durch Rufe, den grellen Ton von Trillerpfeifen, Applaus und das Klappern von Ratschen unterbrochen. „Wer leistet die Arbeit und wer bezahlt die Arbeit? – Wir machen das, wer denn sonst", unterstrich Damm: „Wenn Angela Merkel ausruft ‚Wir schaffen das‘, dann meint sie euch damit." Falls die Arbeitgeber sich auch in den folgenden Verhandlungen nicht bewegen, müsse an Streikbereitschaft zugelegt werden, forderte Damm.

„Ich freue mich, dass so viele zusammengekommen sind, um für das einzustehen, was uns zusteht", begrüßte Richard Thonius, Landesstreikleiter der komba, die Teilnehmer der Kundgebung: „Unsere Forderungen sind gerecht." Dabei bezogen sich die Redner auch auf die immer weiter steigenden Steuereinnahmen des Staats. Die Tarifrunde für die Beschäftigten von Bund und Kommunen hatte am 21. März begonnen, in der kommenden Woche steht die zweite Verhandlungsrunde an. „Dass die Arbeitgebervertreter die erste von nur drei Runden verstreichen lassen haben, ohne ein Angebot vorzulegen, hat mich nicht gewundert, aber doch geärgert", rief Damm den Streikenden zu.

Die Hauptforderungen der Gewerkschaften sind eine lineare Erhöhung der Entgelte um sechs Prozent, eine zügige Einführung einer neuen Entgeltordnung im kommunalen Bereich, der tarifliche Ausschluss sachgrundloser Befristungen und eine Verlängerung der Altersteilzeitregelung. „Befristungen sind für Arbeitnehmer und Bürger nur die zweitbeste Lösung, hier muss ein Umdenken stattfinden", sagte Damm. Zudem soll die Nachwuchsförderung im neuen Tarifvertrag konkret gestaltet werden. Dafür fordern komba und DBB die Erhöhung der Auszubildenden- und Praktikantenentgelder um 100 Euro im Monat, die unbefristete Übernahme aller Auszubildenden, die vollständige Übernahme von Reisekosten zu einer auswärtigen Berufsschule oder überbetrieblichen Ausbildungsmaßnahmen und 30 Tage Urlaub für Auszubildende.

(Originalbericht von Osthessen-Zeitung)

 

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